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Der siebenjährige Krieg

Der Calenberger Bauer war im 18. Jahrhundert ein armer Mann.
Die entsetzliche Last der vielen Abgaben machten ihn tot, dazu Missernten. 1753 - 1756 fraßen die Mäuse mehr als er vertragen konnte. Dazu wieder Krieg. Friedrich der Große rüstete zum letzten großen Kampf mit Österreich um Schlesien. Sein einziger Verbündeter war Kurfürst Georg II von Hannover, König von England. Frankreich griff Georg II da wo es am leichtesten war - in seinem Kurland Hannover - an. Mit 100 000 Mann rückte Marschall Richelieu über den Rhein.

Das Hannoversche Heer etwa 50 000 Mann stand unter dem unfähigen Sohnes Georg II. Am26. Juli 1756 fiel die Entscheidung bei Hastenbeck. Das Hannoversche Heer erlitt eine Niederlage. Und wie im 30jährigen Krieg kam wieder durch die Deisterpforte das Unglück in unser Land.

Am 1. August sah man die ersten Franzosen. Zwei Tage später bat der Rat von Springe die Stadt Hannover flehendlich um Lebensmittel. Der Feind nahte.

Flüchtende Bauern strömten nach Hannover. 3 Dragoner Regimenter zogen dem Hauptheer voran, um die Stadt Hannover zu besetzen. Am 7. August überschritten sie den Deister. Am 9. August, morgens gegen 9 Uhr, kamen sie vor dem Calenberger Tore an. Am 11. August kam der Marschall selbst. Das französische Heer wurde zu einem großen Heerlager zwischen Linden und Ricklingen vereinigt. Jetzt begann eine 7monatige Besatzungszeit, während der Zeit das Land das französische Heer ernähren musste.

Für Gehrden ist aufgeführt, was im Monat August gebraucht wurde:
10. August: 3 Wagen Bagage nach Wunstorf, 2 Wagen zurück, 1 fehlt.
12. August: Beim Abzug der großen Armee von Hannover sind abgegangen, 3 Wagen welche 3 Tage, aber 3 Wochen ausblieben. Von diesen 3 Spannen Pferde ist aber nur ein Spann zurückgekommen.
Im Ganzen sind 5 Wagen und 20 Pferde verloren gegangen. An Naturalien u.a. 30 Gänse, 262 Hühner 175 Pfund Schinken, 113 Pfund Butter, 248 Zentner Heu.
Es wurden abgeerntet: 11 Morgen Roggen, 39 Morgen Weizen, 118 Morgen Gerste und 129 Morgen Hafer.
Der Schaden an Kleidung und Möbeln betrug 165 Thaler, zuzüglich dem, was die Franzosen den Leuten noch an Geld abgenommen haben.
Der Schaden in Gehrden belief sich insgesamt auf 9511 Thaler.
Der Calenberger Landschaft wurden unmögliche Lasten auferlegt.
Sie sollten liefern:
1 800 000 Rationen jede 2/3 Metze Hafer und 18 Pfund Heu, 18 000 Sack Weizen, 16 000 Sack Roggen. Dazu kam noch eine Kriegssteuer von 550 000 Thalern.