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... so etwa sah Devese bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr aus

Ende des 19. Jahrhunderts ist Devese ein verträumter und von der Land­wirtschaft geprägter Flecken. Im Jahr 1885 zählte das Dorf 201 Einwohner, die in 31 Wohngebäuden leben. Seit 1821 hatte die Bevölkerung damit um 60 Dorfbewohner zugenommen, ein für da­malige Verhältnisse rasanter Anstieg um fast ein Drittel. Wer heiraten wollte, musste sich an das Standesamt in Ihme wenden. Zum zuständigen Kirchspiel mussten sich die Deveser sogar nach Ronnenberg aufmachen.

Der Ackerbau war zu jener Zeit mit einer Fläche von 196 Hektar die wichtigste Größe in der Dorfgemarkung. Auch die 52 Hektar umfassende Holzabbaufläche des zwischen Deveser und dem heutigen Bürgerholz gelegenen Or­tes war für den kleinen Ort wirtschaft­lich von Bedeutung. Die königliche Landdrostei, die der heutigen Bezirksre­gierung entspricht, erfasste 1873 bei ei­ner Viehzählung die auffallend große Zahl von 50 Bienenstöcken im Ort.

Der Dorfname Devese wurde erstmals im Jahre 1330 im Zusammenhang mit Besitztümern aus dem Deister erwähnt. Die Entstehung und die Entwicklung des Dorfes im späten Mittelalter liegt mangels vorhandener Schriftstücke völ­lig im dunkeln. Devese gilt jedoch als der jüngste Hemminger Ortsteil. Einen möglichen Grund sehen Siedlungshisto­riker darin, dass der Ort an keinem Ge­wässer liegt. Das benötigte Wasser musste aus Brunnen geschöpft werden.

Die von Gemeindevorsteher Baxmann im Jahre 1864 gefertigten Einwohner- und Gebäudeliste für das Landratsamt gab als letztes Zeugnis vor der Übernah­me der Verwaltung durch Preußen ge­nauen Aufschluss über die Erwerbsquel­len der Dorfbewohner. So gab es allein sechs Vollmeierhöfe, auf denen teilweise mehr als 14 Personen zu Hause waren.

Unter den Einwohnern fanden sich bereits einige Handwerker. Auf einem Kötnerhof war die Werkstatt von Sieg­fried Knigge, der seinen Broterwerb als Leineweber verdiente. Außerdem lebten Zimmergesellen im Ort und ein Tischler. Durchschnittlich bewohnten sieben Per­sonen die acht Kötnerhöfe.

Am östlichen Ortseingang, an der heu­tigen Weetzener Landstraße, wo das be­kannte Gasthaus Mutter Buermann steht, existierte bereits 1886 eine Wirt­schaft. Der Krüger trug den in Devese weit verbreiteten Namen Hengstmann. Nach ihm ist sogar ein Waldstück be­nannt.

Und so hat sich Devese in den letzten 100 Jahren verändert.

Einige alte Gebäude sind in dem Meer von Neubauten noch auszumachen.

Das Gewerbegebiet ist „bedrohlich“ näher gekommen. Zwischen Gewerbegebietskreisel und Mutter Buermann wird die neue Bundesstraße 3 durchgebaut. Die Verkehrsdichte hat sich vertausendfacht.

 

...armes, altes Devese!!

Friedrich Kollrodt