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Die erste Erwähnung
der Deveser Schule lautet von 1770.
Die Gemeinde Devese hatte sich damals entschlossen, bei ihrer Schule
den Gänseanger, der auch "die Fulge" genannt wurde, zum
Schulgarten herzugeben.
Es durften der Gemeinde durch diese Vereinbarung jedoch keine Kosten
entstehen. Und auch das königliche Consistorium musste für
den Platz den die Gemeinde im letzten Jahr am Schulhause zum "Linne
Garten 11" hergegeben habe, etwas bezahlen.
In dieser Zeit
war Arend Heinrich Wissel Bauer Magister in Devese. Er unterrichtete
damals 19 Schulkinder. Für jedes Schulkind musste im Quartal 10
Rth. und zu Weihnachten 1 Thl. und 9 g.G. als Holzgeld bezahlt werden.
An den Schulmeister wurden somit im Jahr 1780 21 Thl. und 13 g. G. gezahlt.
1790 hat die
Gemeinde sich entschlossen, die Schulwiese, die in der Hemminger Wiese
liegt, die gut gedüngt ist und das Heu zur Fütterung einer
Kuh reicht, zu verkaufen und das Geld zur Reparatur ihrer baufälligen
Schule zu verwenden.
Im April 1822
schlägt der Lehrer Menge einen Sohn von Brandes ungebührlich.
Brandes schickt seinen Sohn daraufhin nicht mehr zur Schule und wird
deshalb vom Superintendenten in Ronnenberg verklagt. In dem Urteil wird
Brandes mit 5 Thalern Strafe bedroht, woraufhin er seine zwei Söhne
zum Vetter nach Wassel schickt. Dies wird jedoch vom Superintendenten
nicht anerkannt und Brandes soll für 2 Tage ins Gefängnis
gehen. Gegen dieses Urteil legt Brandes Berufung ein. Das Urteil lautet:
Brandes muss in Gewahrsam und seine beiden Kinder müssen weiter
in Devese zur Schule gehen. Der Lehrer Menge wurde allerdings auch vom
Superintendenten verwarnt.
Vier Jahre später
im Jahre 1826 schlägt der Lehrer Menge den Knaben Heinrich Heuer,
Sohn seines verstorbenen Vorgängers. Auch wegen sonstigen schlechten
Betragens wird von der Königlichen Kirchencommission verfügt,
dass der Lehrer Menge von Ostern bis Johanni kein Einkommen erhalten
soll. Mit diesem eingesparten Geld sollen die Kosten der Krankheit des
Kindes Heuer getragen werden. Des weiteren wird dem Lehrer angedroht,
bei nochmaliger Misshandlung eines Kindes aus dem Dienst entfernt zu
werden.
Es ist im Staataarchiv
Hannover eine Handzeichnung von 1828 der Schule und Kirche vorhanden.
(Näheres folgt!)
Der Lehrer Klünder
stellt am 10. 12. 1851 den Antrag, dass ihm die Kosten für die
Kultivierungsarbeiten des Schullandes, in Höhe von 39 Thaler und
12 Groschen, erlassen werden sollen. Dieses Geld sollte mit 5% Zinsen
von der Ronnenberger Kirche geliehen werden. Sein jährliches Einkommen
betrug in dieser Zeit 35 Thaler und 21 Groschen. Durch die Benutzung
der kultivierten Flächen sollte später ein jährliches
Einkommen von ca. 80 Thaler garantiert werden.
Es ist leider nicht aufgezeichnet, ob dem Antrag des Lehrer Klünder
statt gegeben wurden ist.
Die Berechnung
der Diensteinnahmen des Lehrers für das Jahr 1851 las sich wie
folgt:
1. Von Grundstücken
an Pacht 43 Quadrat Ruthen Wiese = 1 Thaler 12 Groschen
2. Von 3 kleinen Obstgärten 2 Thaler
3. Das Schulgeld von 18 Kindern a 18 Groschen und 4 Pf. = 13 Thaler
und 18 Groschen
4. Das Schreibgeld von ungefähr a 8 Groschen = 2 Thaler. 16 Groschen
5. Sonstige Einnahmen aus Beerdigungen 2 Thaler
6. An Korn a 9,5 Himpten Roggen = 7 Thl. und 22 Gr.,
9,5 Himpten Gerste = 5 Thl. und 13 Gr.
zusammen ergab
dies 35 Thaler und 21 Groschen.
Am 8. April
1867 hat Lehrer Uelschen den Schuldienst in Devese angetreten, und bis
1910 ausgeführt. Das war für die damalige Zeit eine Seltenheit,
daß ein Lehrer
solange an einer Schule blieb.
Über diese Zeit hat der Sohn des Lehrers ein Buch mit dem Titel
"das Leben und Wirken des Lehrer Uelschen von 1877 bis 1910"
veröffentlich.
1866 weigern
sich der Anbauer Fr. Hische und der Häusling Fr. Hische die 2,5
Thaler zur Errichtung der Schulstube zu zahlen. Gemeindevorsteher Baxmann
fordert die beiden über das Amt Hannover zu zahlen auf. Diese Auforderung
zur Zahlung sind schon altbekannt und es soll nun geklärt werden,
ob Anbauer und Häuslinge zahlen müssen.
1873 am 8. April
wird zur Auflösung der Schäfereirechte der Dominan Kammer
auf der Schulstelle ruhend, mit 13 Thaler 7 Groschen und 4 Pfennige
abgelöst. Dieses Geld wird von der Deveser Armenkasse geliehen,
ist mit 4% zu verzinsen und in 20 Jahren zurückzuzahlen.
1875 wurde notgedrungen ein Schulanbau notwendig. Seiner Zeit waren
etwa 52 Kinder zu unterrichten. Ein Schüler hatte durchschnittlich
nur 0,3 qm Bodenfläche und kaum 1 cbm Luftraum. Bei den damaligen
Bestimmungen werden aber mindestens 2,1 cbm Luftraum je Schüler
vorgeschrieben. Die Kinder werden abwechselnd stehend und sitzend unterrichtet,
teilweise werden schriftliche Arbeiten am Fensterbrett verrichtet.
Das neue Klassenzimmer wurde an das alte Schulhaus mit einem Zwischenflur,
welcher gleichzeitig Eingangsbereich wurde, angebaut. Über dem
Eingangsbereich der alten Schule ist auch heute noch die Innschrift
"Hier lernt die Jugend Weisheit und Tugend,
Anno 1828" zu lesen.
Die hohe Pappel die neben dem alten Schulhaus stand musste entfernt
werden, ansonsten war der Platz ausreichend.
Ein neuer Schulbrunnen wurde im gleichen Jahr von Friedrich Schmitt
aus Holtensen für 100 Mark angelegt.
Zur Finanzierung
der gesamten Baukosten hat die Gemeinde vom Vollmeier Tubbe ein Darlehen
in Höhe von 3000 Mark geliehen. Dieses Kapital soll innerhalb von
20 Jahren zurückgezahlt werden und wird mit 4,5 % verzinst.
Das hohe Tor läßt schon ahnen, daß der Lehrer auch
Landwirtschaft betrieb, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, denn
viel Gehalt gab es anfangs nicht,
jedoch das Schulland von der Gemeinde.
Die Lehrer selbst wurden in der damaligen Zeit schlecht besoldet.
Da aber die
Geistlichen aus Ronnenberg nicht gewillt waren und auch nicht verpflichtet
waren, die Beerdigungen in Devese abzuhalten, so hat der Schullehrer
das Amt übernommen.
Der Sohn vom Lehrer Uelschen schreibt in seinem Buch über das Wirken
seines Vaters als Lehrer in der Gemeinde Devese, dass bei Beerdigungen
die Leiche des Verstorbenen der Lehrer mit 12 größeren Kindern
vom Sterbehaus abgeholt hat, und unter Gesang von Sterbeliedern der
Kinder, zum Friedhof gebracht wurde, wo sie dann von den Trägern
zur letzten Ruhe in das Grab gesenkt wurde.
Seit 1911 müssen jedoch die Geistlichen die Begräbnisse abhalten.
Nach dem Kriege,
als in Devese viele Flüchtlinge und Ausgebombte wohnten, und somit
auch viele Kinder zur Schule mussten, war die Notwendigkeit gegeben,
eine neue Schule zu bauen.
Dies geschah 1952 als in Devese eine neue zweiklassige Schule gebaut
wurde.
Zur Gründungsfeier wurde feierlich auch ein Baum gepflanzt, der
jedoch in den siebziger Jahren der Bebauung weichen musste.
Auf dem Bild
sind neben einigen Schulkindern der Oberkreisdirektor Steppart, der
Gärtner, der Bürgermeister Friedrich Kollrodt sowie Heinrich
Hengstmann sen. (v.l.) zu erkennen. (Bild folgt in Kürze)
Diese Schule wurde 1970, im Zuge der beginnenden Gebietsreform geschlossen.
Die Deveser Kinder müssen jetzt nach Hemmingen zur Schule.
Dies war bereits in den Zeiten des Krieges der Fall, da in dieser Zeit
kein Lehrer in Devese zur Verfügung stand.
Über den
Lehrer Uelschen, der von 1867 bis 1910 hier lebte und arbeitete, gibt
es einen Bericht, der seine Lebensweise recht anschaulich schildert.
Es wird berichtet, daß die Deichsel des Erntewagens bis in die
Küche ragte, wenn der Lehrer sein Getreide oder Heu einbrachte,
so eng war die Diele des Schulhauses. Erraten Sie, wofür der Haken
und die Rolle rechts oben am Tor vorgesehen waren? Dort hing das geschlachtete
Schwein, denn der Lehrer hielt auch Schweine, außerdem ein bis
zwei Kühe, eine Ziege und 20 - 30 Hühner. Er bestellte den
Schulgarten, der sich Richtung Kapelle bis hinter das Denkmal erstreckte
und ein Stück Land, das vor dem Dorf neben dem heutigen Friedhof
lag. Die Frau des Lehrers verkaufte auf dem Wochenmarkt in Hannover
ihr selbstgezogenes Gemüse und besserte so das Familieneinkommen
auf.
Der Unterricht dauerte von 7-11 Uhr und 1 3 - 1 5 Uhr. Da die Kinder
alle in unmittelbarer Nähe wohnten, war das kein Problem. Das Fach
Religion hatte die höchste Stundenzahl. Der Lehrer gab außerdem
Katechismusunterricht in der Kapelle und hielt Betstunden ab, denn Geistliche
aus Ronnenberg kamen kaum nach Devese. Auch die Beerdigungen hatte der
Lehrer zu leiten und erhielt dafür von den Angehörigen ein
Entgelt, das sich nach deren Status richtete, d.h. Voll und Halbmeier
zahlten 18 Mariengroschen, andere nur 12 Mariengroschen. Zu den Pflichten
des Lehrers gehörte es auch, dreimal täglich die Glocke der
Kapelle zu läuten, nämlich um 7 Uhr, um 12 Uhr und zum Feierabend.
So wird verständlich, wie wichtig die Stellung des Lehrers für
das Dorfleben war, und wie eng die Beziehung zur Kapelle.
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