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Über die
Gründung der Deveser Kapelle ist nichts bekannt.
Sie wird erstmalig in dem Visitationsprotokoll aus dem Jahr 1543 erwähnt.
Die Kapelle ist vermutlich in den Wirren des 30jährigen Kriegs
vernichtet worden. Es wird gesagt, dass sie eine so genannte Wehrkapelle
gewesen sei.
Die heutige Kapelle ist wahrscheinlich auf den alten Fundamenten wieder
aufgebaut. Das Gotteshaus steht auf einen Bruchsteinsockel der in den
Innenraum hineinragt. Er ist 7,2 m lang und 4,7 m breit. Auf diesem
Sockel steht das Fachwerk das in einem heute ziegelgedeckten Satteldach
mit einen zum Osten und Westen hin halben Walm endet. Die Glocke ist
oberhalb des Firstes in einem kleinen viereckigen Turm, etwa 1,5 m hoch,
mit 4 nach allen Seiten Öffnungen, aufgehängt.
Der unlaufende Text der Glockeninschrift lautet: " Die Gemeine
zu Defess hat diese Glocke zu Ehre Gottes gießen lassen".
Ludolf Siegfried me fecit 1643" Glockengießer Siegfried aus
Hannover hat um die Mitte des 17Jh. für viele Kirchen und Kapellen
im Ldk. Hannover Glocken gegossen.
Die Kapelle, die trotz mehrfacher Instandsetzungsarbeiten ist im Laufe
der Zeit sehr baufällig geworden. Am 21.12.1877 erstatte der Kapellenvorsteher
aus Devese dem Pastor in Ronnenberg Bericht, dass die Kapelle in Devese
sehr baufällig geworden sei. Darauf soll Zimmermeister Flohr aus
Ihme eine neue Außentür einbauen. Ein kleines Fenster soll
durch ein größeres ersetzt werden. Die schadhaften Bänke
und die schadhaften Stellen im Fußboden sollen ausgebessert werden.
Der Altar soll verkleinert werden, so dass man um ihn herumgehen kann.
Es ist im Gespräch, die Kapelle neu zu bauen. Es sind aber keine
Mittel vorhanden. 1871 wird vorn Kapellenvorstand vorgeschlagen, die
ungewöhnlich breiten Fundamente an der Ostseite zu verkleinern
um Platz in der Kapelle zubekommen.
Am 28. 08. 1878 wird von der Ronnenberger Kirche angeordnet, dass keine
neue Kapelle gebaut wird. Wenn die baulichen Veränderungen von
300 Mark laut Voranschlag übersteigt, so soll mit der Ronnenberger
Kirche Rücksprache genommen werden, wenn aber der Voranschlag gehalten
wird so soll sofort mit den Arbeiten begonnen werden. Welche Arbeiten
ausgeführt wurden wird nicht erwähnt. Trotz der vielfachen
Reparaturen war und blieb die Kapelle baufällig. Die Gemeinde beschloss
im Jahr 1909 an anderer Stelle im Dorfe ein neues Gotteshaus zu bauen.
Der Plan wurde
aber von dem damaligen Konstorium nicht genehmigt.
Die Kapelle wurde im Jahr 1929 gründlich renoviert.
Im Jahre 1953 wurden weitere Arbeiten vorgenommen.
Es wurde ein Türvorbau und eine elektrische Heizung eingebaut,
sowie ein elektrisches Läutwerk. Am 14.03. 1954 verursachte die
elt. Heizung einen Schwelbrand mit starker Rauchentwicklung. Die Innenausmalung
musste erneuert werden, ansonsten war der Schaden gering.
1979 wurde die Kapelle vollständig, bis auf den Sockel abgetragen.
Das Fachwerk wurde komplett erneuert, der Glockenturm wurde durch einen
Dachreiter, auch weiter zur Firstmitte, auf zwei Ständern angeordnet.
Die schwere Sandsteinplatte, die vorher als Türschwelle gedient
hatte, wurde als Altar hergerichtet. Die Inneneinrichtung wurde sehr
rustikal gehalten, angeblich wie es früher gewesen sei. Das Harmonium
wurde durch eine kleine Orgel ersetzt. Früher war der Lehrer gleichzeitig
Organist. Der Lehrer nutzte das Harmonium beim Gesangsunterricht in
der Schule als Begleitinstrument. 4 große Jungen mussten zur Gesangstunde
das Harmonium aus der Kapelle in das Klassenzimmer tragen und später
wieder zur Kapelle. / Das Harmonium war eine Spende des Vollmeiers Hennies
verbunden mit dem Wunsch ein Doppelgrab auf dem Friedhof zu erhalten.
Quelle Staatsarchiv Han 74 Nr 1176
Gemeindebuch für Kirchenkreis Ronnenberg
Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 27.01.1990
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