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Am 11. Juli
1785 stürmte das Volk von Paris die Bastille.
Die französische Revolution begann. Eher als die anderen deutschen
Länder, musste Hannover den Druck der Fremdherrschaft fühlen.
In Frankreich hatte Napoleon die Macht an sich gerissen. Sein gefährlichster
Feind war England. 1798 zog er deshalb nach Ägypten um England
im Mittelmeer anzugreifen. 1803 zog er deshalb durch Holland in das
Kurfürstentum Hannover.
Ende Mai 1803 führte General Martier ein französisches Korps
ins Osnabrücksche. Der hannoversche General Wallmoden konnte ihm
8.000 Mann entgegenstellen. Doch auf Anordnung der hohen Räte von
Hannover schloss er am 3. Juni 1803 den schmählichen Vertrag von
Sulingen, in dem Hannover dem Feind preisgegeben wurde.
Am 5. Juli kamen die ersten Franzosen durch das Steintor marschiert.
Nach und nach wurde das ganze Calenberger Land besetzt. Die Last der
Besetzung bestand in der Einquartierung und Verpflegung der französischen
Soldaten, in den Leistungen von Kriegsfuhren und Steuern und in mancherlei
Schikanierungen und Erpressungen. Einquatrierungslisten sind noch für
die Dörfer vorhanden. Das Klosteramt Wennigsen lieferte an Lebensmittel
von Mitte Juni bis Okt. 1803:
77 Ztr.Hafer, 97 Ztr. Heu, 89 Ztr. Stroh, 28 Ztr. Roggen.
Sämtliche Gemeindeweiden mussten von den Gemeinden gemäht
werden und das Heu aufgehoben werden zur Verpflegung der französischen
Kavallerie.
Auch eigenmächtige Requirierungen kamen noch dazu. Die Franzosen
verlangten u.a. Speck, Mettwurst in Butter gebraten Schinken in Butter
gebraten und Eier darauf.
Die Leistungen von Kriegsfuhren mit den öffentlichen Abgaben eines
jeden Bauern. Trotzdem der Bauer keine Gelegenheit hatte, bares Geld
einzunehmen, wurde doch schon am 16. Juli 1803 die erste Kriegssteuer
eingeführt.
Nach vorhandenen Quittungen lieferte das Amt Calenberg ab: am 1.Aug.
547 Thl., am 15. Nov. 269 Thl. und am 10. Feb.1804 639 Thl. Es war große
Not und Erbitterung und es gab manche Schlägerei mit den Franzosen.
Im Jahre 1805 schlossen England, Russland und Österreich einen
neuen Bund gegen Napoleon. Die französischen Truppen verließen
unsere Dörfer. Es gab ein Aufatmen. Im Sept.
1805 wurde Hannover frei. Aber schon im Dezember zogen Russen ins Calenbergische
ein.
Die Dörfer wurden stark belegt, Ronnenberg 684 Mann, Weetzen 405
Mann, Wettbergen 336 Mann.
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