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Im Jahre 1599
hat der Pastor Rothut auf der Kanzel der Marktkirche Hannovers von schweren
und bösen Zeiten, die noch bevorstehen gesprochen. Der Teufel hat
einen Plan wider die Kinder Gottes geschaffen. Diesen will er noch vor
dem Jüngsten Tag umsetzen.
Jahre vergingen. Einmal erzählte ein Gaukler Märchen von den
2 Schreiberlein, die sie in Prag aus dem Fenster geworfen hatten. Als
was ging das den Bauern ringsum dem Deister an. Prag war weit weg. Doch
bald reckte der böhmische Krieg seinen dürren Arm auch über
den Deister.
1620 ist das Münzwesen mit den böhmischen Kriegswesen von Tag
zu Tag höher gestiegen. Eine Inflation vor dem Kriege. Die Natur
schickte geheimnisvolle Boten. Im Mai 1623 sind in Hannover und Amt Calenberg
ein Haufen Ungeziefer und lange blaue Fliegen haufenweise aus dem Südwesten
vom Deister her gekommen.
Im Jahre 1624 kam es noch schlimmer, die Pest. Am 28. Juni hat in Hannover
die Pest angefangen. Am 15. Juli ist die Pest in Hannover schon in 4 Häusern
gewesen. Von Jacobi bis 20. Okt. sind 1300 Menschen begraben. In den umliegenden
Dörfern hat man von der Pest in diesem Jahr noch nichts mitbekommen.
Das Jahr 1625 begann. Der tolle Christian von Braunschweig hatte des geflohenen
Friedrich von der Pfalz, Partei ergriffen. Der Dänenkönig Christian
IV. rückte als Hüter des Protestantismus in Niedersachsen ein.
Da ging Tilly bei Höxter über die Weser. Niedersachsen hatte
den Krieg. Anfang 1625 schickte der Himmel den Bauern die Kriegserklärung.
Am 4. Jan. ein starkes Donnern, Blitzen und Windbrausen gewesen, des Abends
zwischen 6 und 7 Uhr. Am 11 Jan. ebenfalls Blitz und Donner und Wind des
Morgens zwischen 5 und 6 Uhr.
Tilliy kommt.
Es war Ende Juli 1625. Die Ernte stand bevor. Ein fremder Mann hatte gestern
im Krug erzählt, Tilly sei in Hameln. Eines Tages stiegen am Ende
des Deisters Staubwolken auf, die von flüchtenden Bauern aus Münder,
Springe und Völksen ausgelöst wurden und die nach Hannover wollten.
Sie erzählten Entsetzliches. Tilly kam über den Deister ins
Calenbergische und hat alle Dörfer bis nach Hannover ausgepecht,
gräulich gepresst und geschossen. Im September kam Tilly wieder ins
Calenbergische Land. Allein 500 Wagen standen vor dem Leinetor Hannovers,
weil die Stadt mit Flüchtlingen überbelegt war.
Auch das Kloster Barsinghausen war nach Hannover geflüchtet. Anfang
Oktober dröhnte es dumpf und schwer vom Süden her. Tilly lag
vor der Calenberg. Die Calenberg beherrschte den Leinepass, durch den
der Weg nach Hildesheim führte. Den 15., 16., 17., 18. und 19. Okt.
hat Tilly vor dem Calenberg weidlich mit Stücken gespielt, welches
man in Hannover gehört hat. Am 21. Okt. fiel Calenberg weil Pulver
und Nahrung alle waren. Die Beatzung unter Hauptmann Joachim von Weyhe
erhielt von Tilly freien Abzug. Tilly zog weiter ins Hildesheimische.
Die Schlacht bei Seelze:
König Christian von Dänemark hatte starke Truppenverbände
über Neustadt, Wunstorf und Seelze Tilly entgegengeschickt.
Den Oberbefehl hatte Michael von Obentraut, auch der deutsche Michel genannt.
Er hatte seine Truppen in Wunstorf und Luthe untergebracht. Eine starke
Abteilung Fußvolk lag bei Seelze. Nach dem Fall von Calenberg erwartete
man einen Angriff Tillys von Limmer, im Zuge der alten Heerstraße
von Hannover nach Wunstorf. Tilly´s Hauptquartier lag in Pattensen.
Nach dem 23 Okt. hat Obentraut Pattensen in der Nacht überfallen
und den Rest der Tyllileute niedergemacht.
Nun wurde in Seelze der Gegenangriff erwartet. Tylli kam am Morgen des
25. Oktober. Es war sehr nebelig und die Gegner waren sehr schwer auszumachen.
Rechts und links von Almhorst und Harenberg marschierte Tilly mit seinen
Kroaten und Wallonen in Schlachtordnung auf. Obentraut´s Leute merkten
nichts, sie lagen alle noch im Schlafe. Obentraut´s Leute wurden
im Schlafe überrascht.
Obentraut wurde bei Seelze tödlich verwundet. Abends ist Tilly mit
all seinen Leuten, am Lindener Berge vorbei wieder nach Pattensen ins
Lager gezogen. Während dieser Zeit zogen plündernde Soldaten
durch die Dörfer. Nach der Schlacht bei Seelze war Tilly uneingeschränkter
Herr in Calenberg.In der Hannoverschen Chronik wird erzählt:
Anno 1626, den 7. Januar. Sein die Tillyschen auf etliche Dörfer
um Hannover verteilt, so auch Wettbergen, Ronnenberg, Weetzen, Devese,
Arnum, Hiddestorf.
Karl v. Mandelsloh schreibt 1628 (er ist Pächter in Gr. Munzel):
Es sind 73 Proviantwagen auf den Hof gekommen mit 50 Musketieren nebst
Offizieren, hatten auf seine Kosten gefressen, gesoffen auch alles Korn
und Raufuttervorräte aufgeladen und die Felder abgemäht und
sonst noch allerlei Unheil angerichtet.Der Kaiser wollte Tilly zum Herzog
von Calenberg machen. Dem 13. August 1629 hat Tilly im Amt Blumenau die
Huldigung einnehmen lassen auf seine Person, am 17. August im Amt Calenberg.
Bis 1631 zog er aus dem Lande Calenberg mehr als 2 Millionen Thaler heraus.
Im Jahre 1629 kam auch noch Wallenstein von Stralsund ins Calenbergische
zurück. Das Fußvolk unter Obristen Coleredo wurde auf die Dörfer
rings um Hannover verteilt.
1632 kam Gustav Adolf, langsam wurde es etwas besser. Aber nur kurz. 1641
war ein böses Jahr. Die kaiserlichen nahmen das Vieh von Linden,
Bornum, Everloh, Hemmingen und Arnum. Pattensen plünderten sie aus.
Die Leute flüchteten nach Hannover. So schlimm war es nicht Anno
1625 beim Einzug Tillys. Nach den Kaiserlichen kamen die Schweden, den
8. Sept. seien 4 Armeen als Schwedische, Hessische, Weimarsche und Braunschweigsche
aufgebrochen und nach Sarstedt gezogen. Es sind etwa 15 000 Wagen gewesen
und um Hannover alles verheert als es kein Feind schlimmer machen kann.
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