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Ordnung zum Schützenfest um 1850

Es ist von der Gemeinde Devese gebilligt und von dem Königlichen Amt Hannover genehmigt worden, dass die Deveser Junggesellen ein Freischießen halten können, mit den Bedingungen sich real und gut zu betragen. Damit nun nicht Gesetzwidriges gehandelt wird, so hat sich der Herr verpflichtet gefühlt, der Schützengesellschaft und Auswärtigen folgende Proklamation zu erwähnen:

 

  1. Es herrscht unter der Schützengesellschaft völlige Gleichheit und Einigkeit.
  2. Nach Ordnung und Sitte wird es einem jeden Schützen gütigst Empfohlen so lange wir von unseren Jungfern welche vorhanden, keine Fremde herein zu holen.
  3. Nachdrücklich wird eine jede Jungfer gewarnt keinem Schützen einen Tanz zu verweigern.
  4. Ein jeder Auswärtige kann sich ohne von den Herren Deputierten aufgefordert zu werden, sich mit unserer Gesellschaft vereinigen.
  5. Ein jeder Schütze wird gebeten, sich gegen einen jeden Auswärtigen friedfertig und versöhnlich zu bezeugen. Sollte sich dann aber ein Auswärtiger erkühnen, Streit und Zank anzufangen, so soll solcher sofort aus dem Zelte gewiesen werden, und wenn das nicht helfen will, so soll solcher der Gemeinde-polizeilichen Aufsicht überliefert werden. Die Herren Deputierten sind mit einem Bande über der rechten Schulter hängend kenntlich und es hat sich ein jeder Auswärtige der Lust hat sich mit der Schützengesellschaft zu vereinigen, sich mit der Bezahlung an Sie zu wenden.
  6. Ganz Nachdrücklich und mit Ernst wird ein jeder gewarnt, er sei einheimisch oder auswärtig durch das Entfernen der Jungfern den Eigentümern dieses Holzes und den Früchten des Feldes, keinen Schaden zu verursachen.
  7. Es hat sich ein jeder Schütze, Morgen präzise um 10 Uhr bei dem Herrn Major zu melden, geschieht aber die Meldung später, so soll solcher nach Beschaffenheit der Umstände bestraft werde.
  8. Es werden die Herren Depurtierten aufgefordert, darauf zu sehen, dass obige 10 Artikel genau und pünktlich befolgt werden, damit keine Unzucht geschieht und über unser Freischießen keine Beschwerden einlaufen.
  9. Wer diese Vorschriften genau befolgt der hat sich eine Belohnung zu erwarten, nämlich:
  10. dass Monat 4 Wochen oder 30 Tage frische Luft und bei Nacht einen freien Tisch und am 32", wird ausgezahlt.


Leider ist diese Königliche Genehmigung mit keinem Datum versehen. Es wird aber ein Zeitpunkt Mitte des 19. Jahrhunderts vermutet.

Original Text

Nun hört ihr lieben Leute:

Hier an diesem schönen Ort,
kann vergnügt und fröhlich sein,
denn zu diesem Zweck ist hier,
Musik, Braten, Wein und Bier.

Von Tanze wird sein viel zu erzählen,
auch wird es an schönen Tänzerinnen nicht fehlenn
will daher in unserem Verein auch ein Fremder mit fröhlich sein,
so steht dies einen jeden frei.

Wir nehmen ganz schönes Geld,
und freuen uns wenn unser Freischießen gefällt,
auch bitte ich einen jeden in dieser Gemeinde,
der nicht mit ist in unserem Vereine,
er kann es sich dreist unterstehen und mit seinem Liebchen,
oder Weibe zu Tanze zugehe,
denn wir kommen so jung nicht wieder beisammen,
dass wir ein solches Vergnügen erlangen.

Wir wollen wie Brüder und Schwestern sein,
drum betrage sich ein jeder recht nett und fein,
auf dass wir unser Vergnügen in Ehren Vollenden,
und nicht nötig haben uns an die Herren Beamten zu wenden.

Der erste Tanz gilt nur für die Schützengesellschaft der Oberst eröffnet den Tanz ihm folgen die Offiziere dann die Schützen.