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Friedhof zu Devese

Am 14. Nov. 1814 wird von Deveser Bürgern an die Kirche Ronnenberg der Antrag gestellt, in Devese einen Friedhof anzulegen.

1818 wurde der Platz für den Friedhof bei der Kapelle, heute Westerfelder Weg / Am Denkmal, das teils der Gemeinheit, teils Hengstmannscher Besitz war.

Beim Lokaltermin des Kirchenamts wurde beanstandet, dass der Platz mitten im Dorf liegt, und laut Polizeigesetz soll bei Neuanlage eines Friedhofes immer eine Dorfrandlage gesucht werden. Im Prinzip liegt dieser Platz gänzlich der Polizeiordnung zu wider. Die Nachbarn stimmen auch nicht zu. Es wird vorgeschlagen, an der Straße nach Hiddestorf den Friedhof anzulegen.
Am 21. Febr. 1819 kam die ganze Gemeinde zusammen und stimmte letztlich ab, dass der Toten-Kirchhof auf der Koppel des Hermann, Friedr. Hengstmannschen Garten, beim Bünte Feld, ungefähr 60 Schritt vom Dorfe entfernt sein sollte. Er soll 14 Ruthen lang und 2,5 Ruthen breit, also 38,5 Quadratruthen groß sein.

Als Entschädigung erhält Hengstmann an seinen Hofgarten 40 Quardratruthen aus der Gemeinheit.

Der Kirchhof soll mit einer Planke befriedet werden.

Der Schullehrer soll die Gräserung nutzen.

Am 13. Sept. 1819 wurde vom Amt Koldingen mit der Kirche Ronnenberg vereinbart und ein Protokoll aufgestellt:
Da die Prediger aus Ronnenberg nicht verpflichtet sind, irgendeine Amtshandlung in der Kapelle zu Devese zu verrichten, so dürfen die Einwohner nicht verlangen, daß in der Kapelle zu Devese von den Predigern zu Ronnenberg Leichenpredigten gehalten werden.
Sollte aber der ein oder anderen Einwohner wünschen, dass der Schullehrer zu Devese bei öffentlichen Beerdigungen, die mit Gesang und Glockengeläut gehaltene Leichenpredigt unter Anreisung des Superintendenten verlesen würde, so:

  • müsse außer den jeweiligen Gebühren, welche dem Schullehrer nach der Obfernanz bisher gereicht wurden, demselben für das Lesen der Leichenpredigt der Regucirnt, war selbiger und der Klasse der Voll- und Halbmeier 18 Mariengroschen, jeder andere aber 12 Mariengroschen in Conventions Münze entrichten. Übrigens müssen bei den Predigern, Küstern und Organisten zu Ronnenberg alle bisher zustehenden Gebühren verbleiben.
  • müsse, unter Beaufsichtigung des Superintendenten, dem Schullehrer zu Devese der Schlüssel zu dem neuen Kirchhof und die Aufsicht über demselben anvertraut werden, damit alle heimlichen Beerdigungen und Unziemlichkeiten auf dem Kirchhofe unterbleiben, und
  • müsse dem Schullehrer, welcher dieser halb verantwortlich sei, für die Aufsicht, die Benutzung des auf dem Kirchhof entstandenen Gräsung zu Teil werden.


Sollte von der Gemeinde ein Totengärtner angestellt werden, so muss dieser verpflichtet werden, nicht eher ein Grab zu verfertigen, bevor nicht ein von dem Superintendenten und dem Prediger ausgestellter Schein darüber eingeholt wurde.

Ferner:

  • Dass alle Geistlichkeiten zu Ronnenberg ihre Gebühren erhalten, auch dass der alten Sitte zur stillen Beerdigung in Künftigkeit gebrochen sei.


Nach Verlesung des Protokolls, stimmten alle Anwesenden diesem zu, mit der Einschränkung, dass auf Wunsch der Deveser Einwohner auch auf dem Ronnenberger Kirchhof sich beerdigen zu lassen.
Am 26. Febr. 1893 wurde die Ehefrau Sophie Wildhagen von den 21 wahlberechtigten Gemeindemitgliedern, die 292 Stimmen von 384 Stimmen vertreten, die zuvor vom Gemeindediener Wildhagen ins Suffriansche Gasthaus geladen waren, einstimmig zur ersten Totenfrau gewählt.
Der Gemeindeeigener Wildhagen wurde auf der gleichen Versammlung einstimmig zum Totengräber gewählt.

1842 wurde eine Klage von Devese gegen die Kirche Ronnenberg wegen zu hoher Gebühren bei Beerdigungen angestrebt. Es sollten die gleichen Sätze wie in Vörie und Linderte gelten .
Es wurde 2 Jahre bis zum Urteil prozessiert , dass alle 3 Gemeinden gleich an den Prediger zu Ronnenberg bei Personen über 14 Jahren aus Familien von Voll- und Halbmeier und Höflinge 2 Thaler, 6 Groschen 9 Pfennige, für Kinder solcher Familien 1 Thaler und 3 Groschen.
Für alle anderen Personen 1 Thaler und 3 Groschen, und bei Kindern 13 Groschen und 8 Pfennige.
Der Küster zu Ronnenberg für jeden Erwachsenen ohne jeden Unterschied 15 Groschen und für ein Kind 11 Groschen 6 Pfennige.
Für Danksagungen in der Kirche zu Ronnenberg, falls ein solches von den Angehörigen gewünscht, wurde eine besondere Gebühr von 9 Groschen erbeten an den Prediger zu zahlen. Das Ablesen ist keine Pflicht.
Die Pflicht für den Lehrer und Totengräber bei Beerdigungen zu zahlen bleibt.

Staatsarch. Han. 74 Han. Nr. 1169