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Frei im 14. und 15. Jahrhundert

Wie kam das?
Die vor Jahrhunderten festgesetzten Abgaben der Bauern genügte den gesteigerten Geldbedürfnissen der Herren nicht mehr. Die Bemessung eines Hofes auf 30 Morgen genügte der gewachsenen Arbeitsfähigkeit einer Bauernfamilie nicht mehr.

Wie kam der Herr wieder an sein Land, da die Hörigkeit ja erblich ist?
Wurde der Bauer also frei, verliert er somit auch das Erbrecht an seiner Hufe. Was wurde nun aus den frei gewordenen Hufen? Er vereinigte mehrere miteinander auf 4 oder 3 oder nur auf 2 Hufe und gab diese nach dem sogenannten Meierrecht an einen freigelassenen Laten auf Zeit gegen einen Pachtzins.
Durch die Zusammenlegung von 4, 3, oder 2 Hufen entstanden die Vollmeier, Dreiviertelmeier und Halbmeierhöfe.

Wie ist nun die Schichtung der bäuerlichen Bevölkerung am Ende des 15 Jahrhunderts?

1. Der Freimeier:
Er ist Inhaber oder besser Pächter der durch Zusammenlegung mehrer Hufen gebildeten Meierhöfe.

2. Die Köthner:
Ein Teil der Laten blieb im Dorf. Da man 3 oder 4 Hufe zu einem Meierhof zusammengelegt hatte wurden ja einige Hauptplätze frei. Die wurden an die verbleibenden Laten vermeiert, die nun den Namen Köthner erhielten. Dazu gehörten der Hausgarten, Mitbenutzung der Gemeinheit und was er sich noch durch Pacht und Kauf erwarb.

3. Die Landsassen, die Freigelassenen ohne Land:
Sie sind das Urbild unseres Industrie- Und Landarbeiters. Ein Teil der Landsassen packte seine Habe auf einen Wagen und zog in die Stadt. Das Aufblühen der Städte fällt mit der Aufhebung der Leibeigenschaft zusammen.

4. Eine noch lockende Laufbahn eröffnete sich den nun freien Bauern, wenn er den Ruf "Nach Osten wollen wir fahren" folgte, seinen Wagen über die Elbe lenkte und sich in dem von Heinrich dem Löwen, Albrecht dem Bären und Adolf von Schaumburg erschlossenen Osten ansiedelte.

Wenn also der Grundherr den Meier nur bei unordentlicher Bewirtschaftung des Hofes absetzen kann, auch keine Zinssteigerung vornehmen darf, so ist damit in Wirklichkeit das Erbrecht des Meiers aufgerichtet. Der Landtag in Gandersheim bestätigt dann auch nochmals dies Schutzgesetz, indem er sagte, dass dieselben, wem sie sich wohl halten, nicht leicht verstoßen werden können.
Nun saß der Meier fest und sicher auf seinem Hofe, und dem Grundherrn war das Verfügungsrecht über sein Eigentum langsam aus der Hand geglitten. Er ahnte nicht, dass hiermit das Brecheisen an die Grundmauern seiner Herrschaft gelegt wurde. Diese fürstliche Agrarpolitik ist für die bäuerlichen Verhältnisse unserer Heimatprovinz von großer Bedeutung geworden. Die Fürsten engten im Gegensatz zu der Agrarverfassung anderer deutschen Landesteile das Verfügungsrecht der Grundherren immer mehr ein. Es entstand das unteilbare, erbliche Bauerngut.Im 18. Jahrhundert war der Grundherr lediglich ein Rentenempfänger.