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Der Ebelingsche Teich

Bild fehlt noch!Dieser Teich ist eins der letzten Kleingewässer in der landwirtschaftlich intensiv genutzten westlichen Ebene von Hemmingen. Viele andere sind längst zugeschüttet worden, um mehr Ackerland zu gewinnen.

Deshalb hat er eine große Bedeutung z.B. als Laichplatz für Amphibien. Hier versammeln sich Teichfrosch, Grasfrosch, Teichmolch, Kahmmolch und Erdkröte zur Massenhochzeit. Falls Sie im Frühjahr nach einem warmen Regen hier sind, können Sie z.B. die Erdkröten bei ihrem Laichgeschäft beobachten. Sie wandern bis zu 2 km, um ein Laichgewässer zu finden, und die kleineren Männchen lassen sich oft huckepack von den größeren Weibchen zum Wasser tragen. Dann können Sie sehen, wie die Weibchen ihre schwarzen, doppelten Eischnüre entleeren und um Pflanzen oder Äste legen, damit sie nicht untergehen und im Schlamm vermodern.

Bis zum Sommer ist das Wasser dann voll von Kaulquappen und Molchlarven, und in guten Jahren gibt es Nachwuchs bei Fröschen, Molchen und Erdkröten. Im Spätsommer haben Molche, Kröten und ihre Nachkommen das Wasser längst verlassen und führen ihr heimliches Leben an dunklen, feuchten Stellen in Hecken und Wäldern.
Wussten Sie, dass Kröten bis zu 50 Jahre alt werden können? Betrachten Sie einmal von Nahem die wunderschönen goldenen Augen.

Im Sommer ist im Teich nicht mehr viel los, dann blicken Sie lieber nach Westen auf die bunten Wiesen. Sie wurden vor einigen Jahren zu Naturschutzzwecken angekauft oder gepachtet, z. T. von der Gemeinde Hemmingen, teils vom Naturschutzbund. Sie werden nun mehr oder weniger konsequent extensiv bewirtschaftet, d. h. es soll keinerlei Chemie mehr angewendet werden. Als Folge davon werden die Wiesen nun wieder bunter. Sie sehen Wiesenschaumkraut, Mädelsüß, Kuckuckslichtnelke, Sumpfvergissmeinnicht, Vogelwicke, Nelkenwurz und vieles mehr. Sicherlich fallen Ihnen auch die bei Landwirten und Gärtnern verhassten Disteln auf. Aber so ungeliebt sie bei Menschen sind, so beliebt sind sie bei Insekten. Vom Frühjahr bis zum Herbst bieten sie Schmetterlingen, Hummeln, Bienen und anderen Insekten Nahrung. Wenn Sie Lust hätten, an einem sonnigen Julitag eine Stunde lang die Disteln zu betrachten, könnten Sie bis zu hundert verschiedene Insekten als Blütenbesucher beobachten. Und wenn dann im Herbst die Samen gebildet sind, turnt der farbenprächtige Stieglitz auf den Disteln herum. Die Samen sind nämlich seine Leibspeise, darum trägt er auch den Beinahmen "Distelfink".