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Der Bauer im 16. Jahrhundert

Das 16. Jh. war angebrochen, die Reformation, die Erfindung des Schießpulvers, die Entdeckung Amerikas, die Erfindung der Buchdruckerkunst waren Merkmale einer neuen Zeit.

Auch der Bauer glitt langsam in eine neue Rechtsform. Er bekam deutlich das Eingreifen landesherrlicher Gewalten zu spüren.
Im Jahre 1435 war die Kasse Wilhelm des Älteren, Herzog von Calenberg (1432-1473) mal wieder leer. Er war ein unruhiger, kriegslustiger Herrscher, der sich lieber im Kriege befand als in seinem eigenen Land für Ordnung zu sorgen. Er brauchte viel Geld für seine Soldaten. Also musste eine neue Steuer geschaffen werden, die Bede.
Eine Bede über ihre Meier. Nicht die Herren zahlten. Kein Ritter steuerte selbst. Kein Abt tat von dem Seinigen dazu, selbst die Städte warfen die ganze Last auf den Meier. Zum ersten Male wurden den Bauern eine gewaltige Abgabenlast auferlegt, die sie durch das 17. und 18 Jh. schleppen mussten.

Eine Steuer für den Landesherrn:
Der Landesherr lernte den Bauern als Steuerquelle schätzen. Diese durfte nicht zum Versiegen kommen. Das konnte leicht geschehen, da ja auch der Grundherr den Bauern ausquetschte. Die Steuerkraft des Bauern zu erhalten lag daher dem Fürsten sehr am Herzen. Eine Gesetzgebung zum Schutz des Bauern setzte ein. Die beiden Eriche von Calenberg (1495-1540 und 1540-1584) waren wahre Genies im Schulden machen. Als Erich I im Jahre 1540 starb, hinterließ er seiner Gemahlin Elisabeth eine Schuldenlast von 230 000 Thaler.

Elisabeth brachte ein wichtiges Gesetz zum Schutz der Bauern zustande.
"So soll auch dergleichen ein jeder seiner Meier und Güter mächtig sein, die zusetzen und zu entsetzen, wann der Meier an Bezahlung der Zinse säumig, oder die Güter verwüstet, daraus verkaufen, versetzt oder sonst missbraucht."



Die Bede
Im Mittelalter die älteste direkte Steuer, ursprünglich eine freiweillig erbetene Unterstützung des Landsherrn.
Aus diesem Wort entspringt das heutige Wort: Betteln

 

Die Meier

  1. Im Mittelalter ursprünglich Ein Verwaltungsbeamter (Hausmeier) bes. der auf dem Fronhof einer Grundherrschaft sitzende Gutsverwalter.
  2. Im 13.-19. Jhd. in Niedersachsen der großbäuerliche Pächter eines Grundherrn, der nach der Größe sines Besitzes als Voll-, Dreiviertel-, Halb- oder Viertelmeier bezeichnet wurde.